Daddy Yankee – Barrio Fino

Daddy YankeeReggaetón bekommt nun, nach den USA, auch in Europa immer mehr Airplay, Daddy Yankee sei Dank. Der Puertoricaner, mit bürgerlichem Namen Raymond Ayala, ist gerade dabei, den Mainstream mit einem neuen Musik-Trend vertraut zu machen. Zwischenzeitlich auf Platz 32 der US Single Charts und mittlerweile auch bei uns im Radio zu hören: “Gasolina” – seine Ode an die Motoren, den Treibstoff und die Jugend an sich. In Italien ein Top5-Hit, avancierte der Tune schon zum Soundtrack einer Autowerbung, im eher „rockigen“ Spanien zur Zeit „der Durchstarter“ und im TV fast so häufig beworben wie diverse Klingeltöne, scheint der Weg für Daddy Yankee und die Stilart „Reggaetón“ nun auch für die deutsche Chart geebnet.

Daddy Yankee selbst sagt in Interviews, dass sein Album “Barrio Fino” für Reggaetón den gleichen Effekt haben könnte wie „Dutty Rock“ von Sean Paul für Dancehall. Schon 2004 sorgte er in den USA für Furore, als er als er mit der LP von 0 auf 1 in die “Top Latin Album Charts” einstieg. Seitdem lateinamerikanischem Einfluß wie Miami, New York oder Texas. Diese musikalische Mischung aus Hiphop, Salsa und Reggae/Dancehall, die schon Stars wie Don Omar, Ivy Queen oder Tego Calderon hervorbrachte, erlebte 2003 ihren ersten Höhepunkt, als eben diese Artists es schafften, bei einem großen Reggaetón-Konzert den ganzen Madison Square Garden in New York zu füllen. Nina Sky hatten dann Ende 2004 mit dem Großmeister Calderon und NY-Rapper Nore zusammen eine erste Reggaeton-Combination in die Chart gebracht, aber “Gasolina” von Daddy Yankee ist ganz in spanischer Sprache, und auch Reggaeton-Style der härteren Gangart.

So beginnt auch die LP “Barrio Fino”, produziert von den Reggaetón-Hit-Garanten Luny Tunes & Noriega, gleich mit einem der härteren Tunes des Albums, “King Yankee”, im Stile der Hitsingle “Gasolina” – also doch nicht “das” weichgespülte Pop-Produkt, welches man aus der Latinmusic-Sparte erwarten könnte? Bei Track 4 reihen sich Wisin y Yandel in den Reggaetón-Reigen ein, und dann geht das Ganze gewohnt in Richtung Latin Popmusic – aber sowas von erfrischend, dass man sich mehr erhofft: Mit “Lo Que Paso Paso” bekommt der Hörer dann einen Partytune vorgelegt, der mit seinen Salsa-Elementen auch Latinmusic-Neulingen gefallen wird.

Im gleichen Geiste kommt der Track “Sabor a Melao” daher, der die große Salsa-Legende Andy Montañez (El Gran Combo) featured – 2 Generationen puertoricanische Musikgeschichte! Natürlich darf auch das romantische Element für die Ladies nicht fehlen: “Cuentame”. Im feinsten Singjay-Style schafft Yankee auch diese Stilrichtung zu bedienen.

Bei dem Tune “Like You” singt der Daddy dann nicht nur den Refrain, er rappt auch das komplette Lied auf Englisch, durchaus ungewöhnlich für einen Reggaetónkünstler. Ebenfalls etwas abseits des typischen Reggaetón-Styles bewegt sich der Tune “Salud y Vida” – Salsa-Bigband vs Rap – indem Daddy Yankee wiederum Sing- und Rapparts übernimmt. Im großen und ganzen eine durchaus überzeugende Reggaetón-Produktionen aus Puerto Rico; wer allerdings noch mehr Stilelemente, Sänger und andere Reggaetón-Duos entdecken will und sich einen noch größeren Überblick erschaffen möchte, dem sei geraten nach einer der vielen auf dem Markt erhältlichen Various-Artist Compilations Ausschau zu halten (“Mas Flow 2”; “Warriors 4 – Golpe de Estado”; “Bando Korrupto 2.5” oder auch “Los Cazadores”).

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