Roundup: Neue Releases

Die hiesige Reggae-Szene bleibt umtriebig; neben einem neuen Album von Josie Mel auf Minor7Flat5 erscheinen dieser Tage drei neue Alben aus dem deutschsprachigen Raum.

Josie Mel - Cover“Rasta Still De Bout”, das zweite Album des Singers Josie Mel, erscheint ebenso wie das vor kurzem veröffentlichte “My Hope”-Album von Anthony B unter der Federführung von Andreas “Brotherman” Christophersen auf dessen Minor7Flat5-Label. Das Album hält leider nicht ganz die Qualität des Openers und Titel-Tunes “Rasta Still De Bout” mit Lutan Fyah. Josie Mel ist ein talentierter Sänger, die Riddims sind ordentlich, die Produktion sauber; aber insgesamt ist das Album recht gefällig und wenig originell. Fans von Modern Roots sollten dennoch reinhören.
Maxim - CoverDas Rootdown-Label verdient sich weiter Fleißpunkte. Neuester Release ist am 14. 11. das selbstbetitelte Debüt-Album von Sänger Maxim. Die Texte schwanken zwischen Singalong-Phrasen und durchaus gut durchdachten Elementen; stimmlich ist Maxim sicher im vorderen Feld der deutschen Reggae-Artists und zeigt teilweise großes Potential. Produziert wurde das Album erwartungsgemäß größtenteils von Thilo ‘Teka’ Jacks und ist musikalisch auch auf dem Niveau der letzten gelungenen Rootdown-Releases. Mit dabei sind Maxims Versions auf “Crystal Woman” und “Musik” sowie dem “Too Long”-Riddim von MKZwo. Die Überraschung des Albums ist der letzte Tune “Reg dich nicht auf”, das auf gelungene Weise und auf einem Soukouss-inspirierten fixen Riddim die Leichtigkeit des Seins propagiert. Erste Single wird, ebenfalls am 14. 11., der Tune “Für dich bestimmt” sein.
Auch in Österreich bei Dancehallfieber Records ist man weiter aktiv. Aktueller Release ist das Album “Hop & Drop” von Cheesevibes, erschienen Ende September. Cheesevibes sind eine Band aus Wien mit merkwürdigem Name und 1o Mitgliedern; sie liefern musikalisch Reggae-Standards auf okayem Niveau mit einigen feinen Details an manchen Ecken. Gewöhnungsbedürftig ist der Gesang bzw. das “Deejaying”, das sicher nicht unbedingt jedermanns Sache ist.
Scrucialists - CoverDas Nachbarland, in dessen Breiten man vielleicht eher “Cheesevibes” vermuten würde (cheap shot!), will nicht zurückstehen, und so wurde nach dem gelungenen Phenomden-Album am vergangenen Montag nun ein Album der Scrucialists, ihres Zeichens wohl bekannteste Reggae-Backingband in der Schweiz, veröffentlicht. Für “All The Way” wurde eine äußerst hochkarätige Riege von Gastsängern gewonnen, um die Riddims der Scrucialists zu veredeln: genannt seien hier nur Luciano, Lone Ranger, Ward 21, Half Pint und Lukie D. Dass dabei keine Grütze herumkomt, liegt nahe; nicht jeder, aber doch viele Tunes des Albums können überzeugen. Reinhören empfohlen!