45 Shootout

ChinkuziNachdem auf einzelne Tunes angepasste Versions von Riddims insbesondere im Hardcore-Bereich in den letzten Jahren zunehmend in Mode kamen (siehe u.a. die Produktionen von Steven ‘Lenky’ Marsden), versucht die South Rakkas Crew dem ganzen nun ein System zu verpassen. Der neue Chinkuzi-Riddim der Crew aus Miami klingt schon für sich wieder ähnlich frisch wie das bisherige Material; erweitert wurde er aber um 5 Derivate, die, jeweils in verschiedenen Styles bei gleichem Tempo, den Riddim-Begriff schon fast sprengen.

Der eigentliche Chinkuzi-Riddim ist ein flotter Uptempo-Schwinger mit fröhlichem Sample, vergleichbar mit dem “Red Alert”-Riddim aus gleichem Hause. Einzelne der insgesamt 15 Tunes (u.a. Bounty Killer, Beenie Man, Busy Signal, Vybz Kartel) werden dann nochmals als Remix mit den abgewandelten Riddim-Versionen veröffentlicht. “Chinkuzi Revenge” etwa orientiert sich mit electroider Bassline ähnlich dem Vorgänger “Bionic Ras” an britischem Dubstep; “Chinkuzi’s Rollergirl Special” ist angelehnt an harte Crunk-Beats, “Chinkuzi’s Sweet 16” ist die Soca-Variante und “Chinkuzi’s No Virgin” schließlich basiert auf Madonnas “Like A Virgin”. Ein kreatives Konzept, das mit guten Tunes Substanz erhält und besonders im Mix spannend klingen dürfte.
John JohnDer Eighty Five-Riddim zieht erwartungsgemäß weitere Kreise. Lloyd ‘John John’ James veröffentlicht auf seinem eigenen Label mit Nukie einen Riddim, der irgendwo zwischen Eighty Five und dem Headache– Riddim von Louis ‘Flabba’ Malcolm angesiedelt ist und von Beenie Mans “We set the Trends” befeuert wird. Auf einem Eighty Five-Nachbau des Mumpy Ride-Labels kommt mit “Miss Fatty” von Million Stylez ein richtiger Winnertune, der sich auch bereits zum Hit gemausert hat.
Weiter fleißig sind Steely & Clevie und veröffentlichen mit Capital P / Punaany und Twice My Age gleich zwei Relicks. Während die Notwendigkeit einer neuen Punaany-Auflage mir doch bestreitbar erscheint kann der Wiedergänger des Riddims von Krystal & Shabba Ranks’ Hit “Twice My Age” überzeugen; Versions kommen u.a. von Assassin, Buju Banton und überraschenderweise auch, bei einem seiner seltenen “Auswärtsspiele”, Baby Cham.
Massive BBobby Konders baut mit seinem neuen Massive B-Riddim namens Jah Love einen Sure Shot. Der Riddim beruht auf “Warn The Nation” von den Prophets um Yabby You und entfernt sich kaum vom tieftönenden Roots-Original. Mit dabei natürlich Burro Banton, der allerdings schon feurigere Tunes abgeliefert hat, eine gelunge Version von Ras Shiloh, Richie Spice und auch wieder wie schon beim Vorgängerriddim Khari Kill aus Trinidad.
Donovan ‘Vendetta’ Bennett fährt weiter zweigleisig; nach “Sweat” für die Hardcore-Fans kommt mit Heavenly der “Seasons”-Nachfolger fürs Kaminfeuerreggae-Publikum. Es besteht denn auch Verwechslungsgefahr, der Riddim klingt wie ein kaum veränderter Seasons-Nachbau. Aber es sei dem Don gegönnt, die von ihm mitgegründete Stilschule (Zupfgitarre, dezente Percussion, Schmusebass) nun auch auszuformulieren. Keine der Versions (u.a. Morgan Heritage, Gentleman, Chevelle Franklin und Spanner Banner) drängt sich mir als Hit auf, was Fans der Vorgänger aber nicht vom Auschecken abhalten wird und sollte.