45 Shootout

Natural BridgeMark Pinnock veröffentlicht auf Natural Bridge die zweite Runde des Gully Slime, der sich Dank der Hits von Mr. Pepper und vor allem Tony Matterhorn (“Goodas Fi Dem”) zu einem der Riddims des Jahres zu entwickeln scheint. Ein wunderbar stumpfer, dabei aber hervorragend aufgebauter Kracher-Riddim aus der Schmiede von Christopher Birch, der nun mit weiteren Versions etwa von Kiprich, Turbulence (“No real bad man can rate 50 Cent…”) oder Captain Barkey & Wickerman weiter befeuert wird.

Ward 21Gut zu “Gully Slime” passt auch Bad Belly, der neue Streich der Ward 21-Crew, wobei “neu” übertrieben wäre – der Riddim ist eine Fusion ihrer alten “Bada Bada” und “Bellyass”-Produktionen, mit einigen Shuffles aufgefrischt, aber nach wie vor eher auf der dunklen Seite der Macht. Dementsprechend furztrocken dröhnt es aus den Lautsprechern, wenn Beenie Man, Bounty Killer, Elephant Man, Ward 21 selbst und auch wieder Matterhorn loslegen.

TJ RecordsLetzterer scheint gleich zu Beginn seiner Karriere als Deejay einen veritablen Lauf zu haben. Auch auf Show Off von TJ Records legen er und Mr. Easy mit “Wickedest Ride”, ihrem Beitrag zum “Hot Fuck”-Hype, einen der Lead-Tunes der Selection hin. Der Riddim ist unschwer als mäßig origineller, aber funktionaler Relick von Dave Kellys “Showtime” zu erkennen (zusammengeschraubt von Suku & Shams) – sicheres Konzept für einen Hit. Beenie Man & Bounty imitieren Materazzi und Zidane (“Bulletproof Vest” vs. “Bulletproof Skin”), Movado zeigt, dass sein Gesangsunterricht noch aussteht und Future Fambo aka Future Troubles zeigt sich bei “Cry my a river” von seiner hämischen Seite.

Noch’n Relick: Leroy ‘Sugar Roy’ Moore legt auf seinem Fire Ball-Label “Rambo We Rambo” von Super Black neu auf, ein durchaus angenehmes Manöver, mit dem der Early Digital-Vibe mal wieder in die Dancehall gebracht wird. Dabei sind Anthony B, Beenie Man und Jah Mason.

Massive BAuch digital, aber anders: Bobby Konders bringt sich mit dem knalligen “March Out” als möglicher Produzent eines Reel 2 Real-Comebacks in Stellung. Der Hit kommt von Bunji Garlin, der erstmals seinem Trademark-Sound “Brrrt” einen ganzen Tune widmet. Auch vertreten: Burro Banton, klar, Elephant Man mit Soca-Vibes (“Wave Ur Flags”), der unvermeidliche Matterhorn mit dem Titeltune sowie der Newcomer Beniton. Ebenfalls auf Massive B ist zudem endlich die 7″-Single von Collie Buddz’ Überhit “Come Around” erschienen, Pflicht.

Aus New York kommt noch ein weiteres Highlight: “Guns Neva Rest”, eine Combination von Vybz Kartel und Shabba Ranks, wobei insbesondere letzterer in Hochform ist – ein paar Sekunden reichen, um Kartel völlig in den Schatten zu stellen. Produziert wurde der Tune von Chris ‘Goldfinga’ Clarke für sein Golden Cartel Outfit, der Riddim heißt Old Cassette und bietet weiterhin Versions von Capleton & Blaine, Hawkeye, Macka Diamond und Nicky B.

Zum Schluß noch eine amtliche Bekanntmachung: das Auflegen des schauerlichen “Ghetto Whiskey“-Riddims von Pure Music ist vom Bashmentverfassungsgericht untersagt worden, Zuwiderhandlungen werden mit Selectionverbot nicht unter zwei Jahren belegt.