Phenom Melody generiert Style

Phenom Melody  - Style Generator - CoverPhenom Melody ist ein Alias des Schweizer Sängers Phenomden, gebunden an sein neues, großartiges Album “Style-Generator“, das Mitte August in Deutschland erscheint. Der Name ist eine Anspielung an die Reggae-Ära, als das Melody-Suffix (Courtney, Mikey, Delroy, Bobby, Singing…) seine Hochphase hatte – die zweite Hälfte der achtziger Jahre, in der digitale Riddims nach der Sleng Teng-Zeitenwende den Dancehall-Sound dominierten. Mit voller Konsequenz wird diese Idee eines gleichsam aus der Zeitmaschine gefallenen Digi-Albums realisiert: Voicing, Lyrics, Riddims und Design, auf alles wurde geachtet.

Die Riddims piepsen, sirren und schwingen, minimalistische Drumpatterns und warm wummernde Basslines steppen durch das Album als hätten Steely & Clevie gerade erst zum Casio gegriffen. Neben – sehr guten! – hausgemachten Produktionen von Scrucialists-Mitglied “Belly Ranking” (und einem Silly Walks/Jr. Blender-Beitrag) wurden auch einige Original-Riddims aufgegriffen, so etwa Cuts von “Tempo” und “Heavenless”, der Riddim von Wayne Smiths “E20” oder Robert Frenchs “Boom Shock Attack”. Entsprechend diesem Sound hat Phenom Melody seinen Singjay-Style Vorbildern wie Tenor Saw, King Kong, Redrose et al. angenähert und die Stimmbänder dafür mit einigen Extra-Sägezähnen versehen. Als Deejay-Sparringspartner steigt Stereo Luchs in den Ring, mit Features und drei eigenen Tunes, allesamt – man braucht es kaum mehr zu sagen – im lässigsten 80s-Stil. Und auch thematisch bemüht man sich um eine angemessene Haltung. Keine zeigefingerndern Weltverbessererlyrics, sondern wirklich relevante Themen wie Spam, Schwimmbäder, Tinnitus oder eine Jahrzehnt-Bilanz a la “We didn’t start the fire” – auch das passt zu einer Ära, in der etwa Little John ein Album nach einer Schuhmarke benannte, ist aber dennoch nicht abgeschmackt, sondern heutzutage wieder von einiger Originalität und geradezu erschreckend unprätentiös.

Dieses Album ist so durchdacht, mit Herzblut und Liebe zum Detail produziert und verpackt (man vergleiche das Cover mal mit einigen 80er-LPs), so gewitzt, stilvoll und locker, dass man es einem Gros deutscher Reggae-Artists direkt in den Briefkasten schmeißen möchte, auf das sie sich nicht mal unbedingt vom Style selbst, aber von dieser Attitüde ein Scheibli abschneiden mögen. So geht’s!

Das Album erscheint in Deutschland am 17. 8. im Vertrieb von Rootdown in der kompletten Format-Bandbreite: CD, MC, LP & Download.